2019 Nissan Navara Fahrbericht Kaufberatung Review Test Pickup im Alltag Voice over Cars

Unter der Nissan Navara Karosserie steckt ein Kastenrahmen. Eine Mehrlenker-Hinterradaufhängung mit Schraubenfedern. Das sorgt durchaus für ein gutes Fahrverhalten, auch bei höheren Geschwindigkeiten und dennoch kann man ihn belasten.

Unter der Haube von unserem Nissan Navara hier, schlummert ein 2,3 Liter Diesel. 140 kW sprich 190 Pferdchen sind hier verantwortlich für den Vortrieb. Geschaltet wird über ein manuelles und durchaus schwergängiges 6-Gang Getriebe und das zuschaltbare Allrad-System sorgt für Traktion in fast allen Lebenslagen.

Doch wie fährt er sich? Wieviel verbraucht er? Von 0 auf 100 km/h geht es in … ach vergesst es… die Höchstgeschwindigkeit liegt bei Tempo 184 km/h. Wer in den Sphären länger unterwegs ist, der wird den Rollenprüfstandswert von 6,3 Liter auf 100 km natürlich nicht erreichen. Im Alltag hab ich knapp 2 Liter mehr benötigt und hätte mit einer Tankfüllung über 700 km weit fahren können.

Der erste Kritikpunkt: Das Getriebe! Die Schaltwege sind extrem lang, man fühlt sich eher wie ein Chefkoch der Teig rührt. Den Rückwärtsgang muss man teilweise schon reinknüppeln!

Der Einparkvorgang selbst ist aber ein Kinderspiel, vor allem wenn man bedenkt was für ein großes Fahrzeug man hier eigentlich fährt. Da hilft dann auch die 360° Kamera, auch wenn mir das Display für das Infotainmentsystem etwas niedrig angebracht ist und nun ja, das Bild ist nun auch nicht wirklich scharf. Aber es reicht für den Ein- und Ausparkvorgang und damit kann man sich dann auch mit dem Pickup in die Stadt wagen. Dank Euro 6 darf er da ja auch aktuell noch überall hinein.

Der Tank fasst 73 Liter und wird auf der linken Seite befüllt. Fun-Fact: Für den Tankdeckel gibt es auf dem Armaturenbrett eine Taste. Auf der rechten Seite gibt es aber auch einen Tankdeckel, hier kann man den 17 Liter großen Ad-Blue Tank befüllen. Diesen Tankdeckel kann man ganz einfach per Druck öffnen. Nun, da werden sich die Japaner schon irgendwas gedacht haben, oder?
Fahrer und Beifahrer sitzen auf komfortablen Sitzen, die Gurthöhe ist einstellbar, die Sitzhöhe ebenfalls und selbst das Lenkrad lässt sich verstellen. Alles was man bedienen muss ist selbsterklärend.
In der Regel dürfte man ihn über die Hinterräder fahren, das spart dann auch Kraftstoff. Fun-Fact: Wer es dann übertreibt, der könnte durch das maximale Drehmoment von 450 Nm durchaus sogar mit dem Navara driften. Hab ich natürlich nicht ausprobiert. Mit dem Allradantrieb und der aufpreispflichten Differenzialsperre gibt es keine Traktionsprobleme.

Zweiter Kritikpunkt: Kein Einklemmschutz hinten, nicht einmal für den Beifahrersitz. Dafür lassen sich diese Fensterheber allerdings auch vom Fahrersitz aus sperren. Dann hat man als Fahrer selbst auch kein Zugriff mehr darauf, schon witzig irgendwie.

Kommen wir zu den Bremsen. Die lassen sich im unbeladenen Zustand fein dosieren und verfügen auch über einen guten Druckpunkt. An der Vorderachse sind Scheibenbremsen verbaut und hinten dachte ich an eine kurze Zeitreise in die 80er und 90er Jahre. Hier wird noch getrommelt. Trommelbremsen sind aus diversen Gründen nicht meine erste Wahl, vor allem weil man von außen nicht sehen kann wann diese an der Verschleißgrenze sind. Dafür sind die Bremsen aber gegen andere Einflüsse recht geschützt und unterm Strich natürlich auch günstiger – und beim Navara sind wir ja auch in einem preissensitiven Bereich unterwegs.
Der maximale Böschungswinkel vorne liegt bei 30°, die maximale Wattiefe liegt je nach Aufbau zwischen 45 und 60 cm. Der maximale Böschungswinkel hinten liegt bei 20° und die Bodenfreiheit beträgt mindestens 22,4 cm.

Ein paar Daten hab ich noch für euch: Die Stützlast liegt in Verbindung mit dem Allradantrieb bei 120 kg. Das zulässige Zuggesamtgewicht bei 6 Tonnen. Damit empfielt sich der Nissan Navara durchaus als Zugmaschine für Wohnwagen, Trailer, Anhänger, Pferdesportler oder aber auch einfach nur als Lifestyle-Vehicle.

Es gibt einen Berganfahr-Assistent, eine aktive Allrad-Bremsschlupfregelung, einen Abfahr-Assistenten und ein Lenkrad.

Das Lenkrad, nun ja – es ist vorhanden. Man kann damit Richtungswünsche abgeben und das Fahrzeug fährt dann auch in die Richtung. Eine direkte Lenkung hätte hier doch auch gar keiner erwartet, oder?
Kommen wir zum Preis, mit der Lackierung, der Differenzialsperre und der Ausstattungslinie N-Connecta kostet dieses Fahrzeug 42.080 Euro. Los geht es mit dem Motor und dem Getriebe bereits ab 35.815 Euro und wie immer gilt: Auf dem freien Markt, gibt es natürlich auch günstigere Angebote.

Mein Fazit: Ich mag Pick-Ups, ich mag die rein von der Optik schon mehr als SUVs. Die bieten Platz, Zuladung und verfügen über eine große Anhängelast. Leider passt mein Anforderungsprofil nicht zu so einem Fahrzeug, denn ich kann ja schlecht die Hunde auf der Ladefläche transportieren. Aber ansonsten ist der Nissan Navara ein ganz feiner Kollege.