2020 Abarth 595 Essesse Fahrbericht Test Review Sound Tuning Kaufberatung Meinung Kritik Klang

Bi-Xenon Scheinwerfer leuchten den Weg, hier setze ich persönlich ja lieber auf die LED-Technologie, aber wir wissen auch, dass der Abarth 595 natürlich auf dem Fiat 500 basiert und so sind einige Dinge einfach noch etwas veraltet. Unter uns, für so ein Stadt- und Landstraßen fahrzeug reicht das Licht auch aus,

Der Abarth 595 Esseesse rollt serienmäßig auf 17″ Rädern vom Band. Wir haben hier 205/40 17″ Reifen drauf! Das ist großartig, denn diese Reifengröße ist relativ günstig zu bekommen.

Um den Kontakt zur Fahrbahn kümmert sich ein tiefergelegtes Koni Sportfahrwerk mit FSD-System.

FSD? Noch nie gehört? Frequency Selective Damping! So heißt bei Koni das intelligente Dämpfungssystem, welches sich automatisch den Straßenverhältnissen und der Fahrweise anpasst. Ein spezielles Ventil im Kolben des Stoßdämpfers, ermöglicht einen zusätzlichen Ölfluss. Das ist schon ziemlich cool.

4-Kolben Brembo-Bremsanlage mit gelochten Bremsscheiben in der Größe 305×28 mm an der Vorderachse. An der Hinterachse sind es 240 x 11 mm Bremsscheiben, ebenfalls gelocht.

Akrapovic olé – der Sound der zweiflutigen Abgasanlage ist wirklich gut für einen 1.4 Liter Benziner. Mit Öffnung der Auspuffklappe strömen die Abgase am Schalldämpfer vorbei. Steuerung der Klappe durch Fahrer über die “Sport”-Taste. Ob nun kindisch und albern oder einfach nur saucool, das dürft ihr entscheiden!

Kommen wir zu dem schönsten Tankdeckel den ich je gesehen habe. Ein Alu-Schmuckstück der Extraklasse! Was für ein schönes Detail, da freut man sich doch den Tankwart häufiger “Hallo” zu sagen!

Leistung! 132 kW sprich 180 PS bei 5.500 Umdrehungen in der Minute. Das maximale Drehmoment von 250 Nm liegt bei 3.000 Umdrehungen an der Kurbelwelle an. Handgerissen geht es innerhalb von 6,7 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei Tempo 225 km/h.

Der 4-Zylinder T-Jet Benziner mit einem Hubraum von 1.368 ccm, wird von einem Garrett Turbolader mit fester Geometrie zwangsbeatmet. Ein BMC-Luftfilter kümmert sich um die Reinhaltung der Ansaugluft.

Sprechen wir über den Verbrauch, kombiniert sollen es 6,8 Liter sein, ich hab eher 8,7 verbraucht. Der Motor erfüllt die Euro 6d-Temp F Abgasnorm. Die CO2-Emissionen liegen bei 171 Gramm pro Kilometer.

Fahrer und Beifahrer sitzen auf Rennsport-Schalensitzen vom Typ “Sabelt Racing”. Diese sind nicht in der Höhe verstellbar. Ebenso fehlt mir eine Gurthöhenverstellung.

Dafür sitze ich auf einer Carbon-Sitzschale! Im Innenraum dominieren Alu und Carbon. Ein 7″ Infotainment-System ist verbaut, welches dank Apple Carplay und Co auch die aktuellen Smartphones verbindet. Ansonsten gibt es die Freisprechmöglichkeit via Bluetooth.

Hinten gibt es auch noch Platz für zwei Zwerge, sprechen wir da nicht länger drüber sondern kommen direkt zum Fahreindruck.

Drückt man die Sporttaste, dann kommt es zur Modifikation des Motormanagement-Kennfeldes zur Steigerung des Drehmoments um 10%–15%, Anpassung des Ansprechverhaltens. die elektrische Servolenkung wird schwergängiger, die Klappen der Auspuffanlage öffnen sich, es gibt eine sportlichere Abstimmung des ESP, sprich es greift später ein. Unter uns? Man erreicht mit diesem Fahrzeug Kurvengeschwindigkeiten, also selbst mit Winterreifen, da können sich andere – vermeindlich bessere – Fahrzeuge eine Scheibe von Abschneiden. Die Straßenlage ist top, das Fahrwerk so gut, dass ich selbst die weißen Fahrbahnmarkierungen im Popometer spüre und ich gebe zu, ich habe hier sehr viel Spaß hinter dem – meiner Meinung nach – etwas zu großem Volant. Das manuelle 5-Gang Getriebe verfügt über kurze und knackige Schaltwege, kleiner Kritikpunkt: Der Rückwärtsgang verfügt über keine Schutzvorrichtung für Schaltfehler und der Alu-Schaltknauf ist im Winter stets zu kalt und somit im Sommer vermutlich oft zu heiß. Ich könnte noch den etwas größeren Wendekreis kritisieren, aber mal Hand aufs Herz: Den interessiert beim Kurvenräubern auf der Landstraße auch keinen, oder? Ja, der schafft Tempo 225! Spaß macht das nicht wirklich! Sein Revier ist nicht die Autobahn, sein Tempo wird dann schnell mörderisch! Landstraße! Da ist der Abarth 595 zu Haus! Oder halt auf einer Rennstrecke.

Im Sportmodus hab ich oft ein Duell gespielt: Beats-Audio oder Akrapovic, die Auspuffanlage hat häufiger gewonnen und mir zu einem temporären Gesichtslifting verholfen. Hätte doch damals in meiner Sturm-und-Drangzeit nur ein 1.4 Liter Motor mit so einen Sound gehabt.

Kommen wir zum Preis. Liste! 26.690 Euro! Autsch! Da kommt dann noch die Farbe drauf, das Beats Audio-System, die roten Gurte vorne, die Radioantenne im hinteren Seitenfenster und das Urban-Paket dann landen wir bei 28.700 Euro. Liste! Ihr wisst Bescheid.

Bis dato hätte der jüngere Jens gesagt: Geil, geil, geil… aber der Preis ist wahrlich gesalzen, oder? Egal, wäre ich etwas jünger, hätte ich keine Familie, dann wäre diese Krawallbüchse hier genau nach meinem Geschmack.

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...und hier geht es zum Voice over Cars Video: