2020 Mercedes-Benz GLB Fahrbericht Test Review Meinung Kritik AMG GLB 35 Preis Leistung

Mit dem Mercedes-AMG GLB 35 AMG war ich für wenige Stunden an der Costa del Sol. Málaga – meiner Meinung nach ein unterschätzter, traumhafter Fleck der Erde.

Fun-Fact: Ich war im Jahre 2012 im Design Center von Mercedes-Benz. Drüben, in den USA. Dort stand eine Studie die ich besonders attraktiv fand. Der G-Force! Nun gibt es das Fahrzeug, etwas abgeschwächt, aber ich erkenne da Gemeinsamkeiten.

Fangen wir zunächst einmal ganz nüchtern an: Der neue Mercedes-Benz GLB ist 4,63 m lang, 2,02 m mit Außenspiegel breit und 1,66 m hoch. Misst man die Reiling mit, dann sind es übrigens 1,70.

Irgendwie ist der Schwabe also kompakt, irgendwie aber auch nicht. Schwabe stimmt übrigens nicht ganz, der GLB läuft für unseren Markt in Mexico vom Band.

Einerseits bietet er im Kofferraum zwei zusätzlich Sitze, andererseits ist der Volkswagen Tiguan Allspace rund sieben Zentimeter länger. Dennoch: Aufgrund ihres Sitzkonzepts begegnen sich diese beiden auf Augenhöhe. Aufmerksame Zuhörer haben an dieser Stelle bereits festgestellt, dass von SUVs die Rede ist.
SUVs, die fast noch als kompakt gelten dürfen, aber doch ein Stück weit in die gehobene Klasse blicken. Dazu zählen genauso der Seat Taracco, der Skoda Kodiaq und, wenn man so will, der Ford Edge.

Kommen wir aber auf den Protagonisten zurück, den Mercedes-Benz GLB. Gorden Wagener, seines Zeichens Design-Chef bei Mercedes, hat sich nicht lumpen lassen und das neue SUV alles, nur nicht langweilig entworfen. Ähnlichkeiten zum Mercedes-Benz GLS (das größte SUV, das man von Mercedes-Benz kaufen kann), sind nicht zu leugnen.

Und vielleicht soll genau das dem Käufer der kleineren Klasse suggerieren, einen Aufstieg zu machen.

Dennoch wirkt der Mercedes-Benz GLB ein wenig verspielt und frisch. Los geht es mit der steil im Fahrtwind stehenden Front des Stuttgarters: Zwei rechteckige Schweinwerfer, optional in Multibeam-LED-Technik erhältlich, rahmen einen geradestehenden Kühlergrill ein. Prägnant sind die beiden dicken Alu-Streben, die nur vom Markenzeichen, dem Mercedes-Benz Stern, unterbrochen werden. Eine Etage darunter verbirgt sich ein Unterfahrschutz, der wie die Grill-Streben ausgeführt ist. Echte Felsen oder grobes Gestein sollte man dem Mercedes-Benz GLB dennoch nicht zumuten, dafür hat Mercedes ja die G-Klasse im Angebot und wie sagte schon Mercedes-Guru JP Kraemer? Haste keine G-Klasse, haste keine G-Klasse und wer genau hinsieht, der sieht ggf. sogar Design-Merkmale vom dicken G.

Seitlich wirkt der GLB am ehesten wie ein GLS. Und wie die neue G-Klasse. Das kastige Shoe-Box-Design ist für das Verwandtschaftsgefühl zuständig. Schwarze Seitenschürzen sowie große, kantige und mit Kunststoff verbreiterte Radhäuser schaffen einen robusten Look.

Der kleine Knick in der unteren Fensterlinie nimmt dem SUV hingegen die Ernsthaftigkeit und macht es nicht ganz so streng, wie die großen Brüder.
Das Heck ist, und dieser Eindruck ist rein subjektiv, die Schokoladenseite des Mercedes-Benz GLB. Wirkt der in die Formensprache integrierte Dachspoiler mittlerweile fast gewöhnlich, geht es darunter interessanter zu.

Die horizontale Linie über dem Kennzeichen zieht das SUV in die Breite und mündet in einer kräftigen Schulterpartie. Die sich eingemündeten Rückleuchten sind, natürlich, in LED ausgeführt und wirken mit ihrer Leuchtgrafik geradezu hypnotisierend.

Fast ein wenig, wie der Terminator T1000, der grimmig auf der Jagd nach John Connor ist. Sollte jener hinter dem GLB fahren, wird er wohl Abstand halten, besonders, wenn er die großen Auspuffblenden erblickt, die Kanonenformat haben.

Schade nur, dass es bei Blenden bleibt. Dieser Trend dürfte für unseren Design-Empfinden gerne wieder verschwinden. Der Mercedes-Benz GLB als Ganzes wirkt hingegen gelungen und darf bleiben. Meiner Meinung nach – Achtung SUBJEKTIVE MEINUNGSÄUSSERUNG – ist der GLB derzeitig das attraktivste SUV aus dem Mercedes-Benz Stall!

Gelungen wirkt auch das neue Mercedes-Cockpit mitsamt MBUX, wie wir es in der neuen Mercedes-Benz A-Klasse bereits vorgestellt haben. Da trifft es sich gut, dass es sich im Mercedes-Benz GLB kaum von seinem kleinen Geschwistern A- und B-Klasse unterscheidet. Hier ist alles digital: Man blick grundsätzlich auf animierte Instrumente.

Jene verstecken sich mit dem Infotainment unter einem Panel und scheinen ineinander überzugehen – so wirkt es zumindest. Unterschiede machen die gefrästen Design-Elemente am Cockpit und in der Mittelkonsole: Hier ist alles echt und nicht aus lasiertem oder lackiertem Kunststoff. Außerdem scheint die Klavierlack-Optik sich langsam zu verabschieden – wie angenehm! Was der GLB sonst noch so drauf hat? Das erfahrt ihr im Fahrbericht!

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...und hier geht es zum Voice over Cars Video: