2020 Mercedes-Benz EQC 400 4MATIC Fahrbericht | Verbrauch Kosten Erfahrungen an der Ladesäule

Der Mercedes-Benz EQC basiert auf dem GLC. Kommen wir also ganz schnell zu den Äusserlichkeiten und zu den Abmessungen.

Das Fahrzeug ist 4,76 Meter lang und 1,62 Meter hoch. Inklusive Außenspiegel ist der EQC 2,10 Meter breit und der Radstand beträgt 2,87 Meter. Der Wendekreis wird mit 11,8 Meter angegeben.
Angetrieben wird der EQC von zwei Asynchron-Maschinen. Die Gesamtleistung liegt bei 300 kW. Wer nun noch umrechnen möchte, der Autoquartett-Wert wäre als 408 PS. Interessanter: 760 Nm Drehmoment und das quasi von Anfang an. Der vordere Elektromotor ist für den schwachen bis mittleren Lastbereich auf bestmögliche Effizienz optimiert, der hintere bestimmt die Dynamik. Innerhalb von 5,1 Sekunden katapultiert sich dieses 2,5 Tonnen Gefährt auf Landstraßentempo. Schluss mit dem Vortrieb ist bei abgeregelten 180 km/h. Angetrieben werden natürlich beide Achsen, sprich wir verfügen hier über einen Allradantrieb. Im Gelände hat dieses Fahrzeug auf Grund der Bodenfreiheit von 97 mm aber nichts zu suchen. Gespeist wird der Antrieb von einer 652 kg schweren und 384 Zellen großen Lithium-Ionen-Batterie die im Unterboden verbaut ist. 80 kW/h Kapazität! Direkt zwischen der Vorder- und der Hinterachse sorgt diese für einen tiefen Schwerpunkt. Die modular aufgebaute Batterie verfügt über vier Module mit 72 Zellen und über zwei Module mit jeweils 48 Zellen. Der EQC ist serienmäßig mit einem Wechselstrom-Ladesystem miz 7,4 kW und einem Gleichstrom-Ladesystem (DC-Laden) mit 110 kW ausgestattet. Wer dieses Fahrzeug an einer Haushaltsteckdose komplett laden möchte, der wird das Fahrzeug vermutlich knapp zwei Tage an der Steckdose hängen haben. Schneller geht es mit einer Wallbox, viel schneller an einer DC-Ladestation und in der Regel lädt man das Fahrzeug auch nie komplett wieder auf, weil man ihn einfach auch nicht komplett leer fährt.
In der ersten Sitzreihe sitzt man SUV-typisch angenehm hoch, kann alles gut bedienen und erlebt einen Material-Mix von besonderer Güte. Recyling-Materialen, kupferfarbende Lüftungsdüsen, Displays und Klavierlack. Vom letzteren bin ich auf Grund der Fingerabdrücke kein großer Freund mehr. Den ausführlichen Innenraum-Check könnt ihr euch in meinem ersten Review ansehen.

Der EQC verfügt über ein Kofferraumvolumen von 500 Liter. Legt man die Rücksitze um, dann steht ein Volumen von 1460 Liter zur Verfügung. Die Ladekantenhöhe liegt bei 78 cm. Der Kofferraum ist 109 cm breit und unten 103 cm tief.

Dazu gesellt sich noch die Dachlast von 75 kg und wie schon erwähnt darf der EQC auch Anhänger ziehen. Bis zu 1,8 Tonnen! Die Stützlast, vor allem interessant für Fahrräderträger liegt bei 72 kg. Mit vier schweren Erwachsenen und etwas Gepäck ist der EQC allerdings auch schnell überladen, denn die Zuladung liegt bei 445 kg.

Was soll ich euch erzählen? Den NEFZ Verbrauch habe ich nicht geschafft. Somit auch nicht die Reichweite von maximal 445 km, dafür konnte ich mit dem EQC zahlreiche Erfahrungen an der Ladesäule sammeln. Denn da haben wir ja immer noch das Henne-Ei-Problem! Während es unzählige Tankstellen gibt und man in der Regel dort nicht auf eine freie Zapfsäule warten muss, sieht das bei frei zugänglichen Ladesäulen gerne auch mal anders aus. In meinem persönlichen Umkreis gibt es drei frei zugängliche Ladesäulen, zwei davon sind quasi ständig belegt. Ein guter Beleg dafür, dass sich die Elektromobiltität durchsetzt, allerdings wenn ich nun auf dem Weg von A nach B nachladen muss an dieser Säule, dann ist muss ich Warten – und Zeit ist bekanntlich Geld. Ansonsten kann ich bestätigen, dass der EQC sich hervorragend Fahren lässt. Direkt nach den ersten Sekunden im Fahrzeug denkt man sich: „Ja, das ist ein Mercedes“. Sehr komfortabel, sehr gediegen, sehr ansprechend. Der Innenraum ist sehr gut gedämmt, da haben die Ingenieure an den richtigen Stellschrauben gedreht. Ich stell mir das ganz und gar nicht einfach vor. Das Gewicht von mehr als 2,5 Tonnen kann der EQC nicht verstecken, aber die Lenkung agiert feinfühlig und die Bremsanlage verfügt über einen angenehmen Druckpunkt, sofern man nicht rekuperiert – was man aber tun sollte um die Reichweite zu erhöhen. Ich fühlte mich bei meinen Testfahrten sehr sicher in diesem Fahrzeug, die Fahrerassistenzysteme funktionierten fehlerfrei.

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...und hier geht es zum Voice over Cars Video: