Bentley Flying Spur Hybrid! Was für ein Quatsch? Voice over Cars News

Was für ein Quatsch! Jaja, auch Bentley will, möchte oder muss in der Zukunft nachhaltiger werden. Müssen wir alle, aber das, was ich euch gleich schildere, das klingt irgendwie wie Greenwashing, oder?

Luxus hier, Tweed und Lammwoll da – darum geht es mir gar nicht, und einen 2,9 Liter 6-Zylinder und einen Elektromotor unter die Karosserie zu bringen, das könnte eigentlich sogar richtig clever sein.

Der neue 2,9-Liter-V6-Motor, der ähnlich konstruiert sei wie der 4,0-Liter-V8, nur das hier als zwei Zylinder fehlen, leistet 416 PS und erreicht 550 Nm Drehmoment bei bis zu 5650 U/min. Die Twin-Scroll-Turbolader und die Hauptkatalysatoren befinden sich im V des Motors. Die Kraftstoffeinspritzdüsen und Zündkerzen sind im Brennraum zentral angeordnet, um optimale Sprühbilder und Verbrennungswege zu gewährleisten, und die Nockenwellen sind um bis zu 50 Grad variabel. Der Motor hat eine Literleistung von knapp 150 PS und übertrifft damit sogar die des Flying Spur V8. Unter uns? Das klingt alles richtig super, vor allem bin ich der Überzeugung, dass Mercedes-AMG auf der IAA 2021, die sich irgendwo in München verstreut, etwas ganz Ähnliches vorstellen wird.

Der Elektromotor beim Bentley befindet sich zwischen dem Getriebe und dem Verbrennungsmotor und leistet bis zu 136 PS – bei einem Drehmoment von bis zu 400 Nm. Dieses wird vom Permanentmagnet-Synchronmotor unverzüglich in vollem Umfang bereitgestellt, was für eine geräuschlose Beschleunigung aus dem Stand sorgt. Über einen EV-Modus kann man dann auch geräuschlos aus der Garage rollen. Durch das direkt bereitstehende hohe Drehmoment ist von einem Turboloch laut Hersteller nichts mehr zu spüren, das wäre aber auch wirklich arg peinlich.
Mit einer Systemleistung von 400 kW oder 750 Nm kann sich der Bentley Flying Spur Hybrid auch wahrhaftig sehen lassen. Von 0 auf 100 km/h in 4,3 Sekunden, eine Höchstgeschwindigkeit jenseits der 280 km/h. Das sind alles Werte die so einen alten Sack wie mich echt fesseln.
Aber warum verbaut man bei Bentley dann eine 14,1 kWh große Lithium-Ionen Batterie? Die geben in der offiziellen Pressemitteilung ja sogar an, dass man damit ca. 30 Meilen, also knapp 40 Kilometer rein elektrisch schafft. Nur für das E-Kennzeichen und ggf. die steuerlichen Vorteile auf dem Blatt Papier?

Ehrlich jetzt? Dafür den Mehraufwand? Das Mehrgewicht? Die Mehrkosten? Bei so einem Exoten? Ich fordere Plugin-Hybrid Modelle die mindestens 100 Kilometer schaffen, denn damit kann man dann wirklich den Alltag bewältigen – mit dem Strom, der über Nacht wieder in die Zellen geflossen ist. Aber 40 Kilometer? Von denen in der Realität bei so einem Fahrzeug vermutlich 20-30 übrig bleiben? Glücklicherweise verfüge ich nicht über das Kleingeld, also muss ich mir darüber keine Gedanken machen – aber wenn ich das Kleingeld hätte, dann würde ich in dem Fall weiter zum V8 greifen.
Ich glaube wirklich, es ist an der Zeit die Finger von solchen Gefährten zu lassen und endlich mal die Massen zu elektrifizieren, auch wenn ich natürlich verstehen kann, dass man im Konzern da die Top-Down-Strategie fahren will oder muss.